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Das Denkmal und seine Bedeutung

 
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Malte
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MessagePosté le: Mar 5 Aoû - 19:16 (2008)    Sujet du message: Das Denkmal und seine Bedeutung Répondre en citant

Das Denkmal und seine Bedeutung - ein Skizze

Diederich nennt im Kreis der national Gesinnten Kaiser Wilhelm I. „den Großen“ (S. 155, vgl. 156 f.). Der Plan, ihm ein Denkmal zu bauen, kommt D. im Gespräch mit Buck, als dieser von der Absicht spricht, ein Säuglingsheim zu errichten (299 f.; vgl. 385, 412); da „kam ihm die Erleuchtung, was er Wulckow vorzuschlagen habe, um Netzig zu erobern“ (300/2-4). Damit wird auf sein Gespräch mit Wulckow und Schef-felweis zurückgegriffen, wo D. es abgelehnt hat, vom Geld aus der bevorstehenden Erbschaft Kühlmann ein Säuglingsheim zu errichten, wogegen er ganz unbestimmt für „einen nationaleren Zweck“ (293/11 f.) plädiert hat.
   Damit ist der politische Kampf um die Gesinnung in Netzig als der Ort ausgemacht, in dem das Denkmal seinen Platz findet. Mit Napoleon Fischer will D. gegen die bürgerliche Demokratie kämpfen (323). Beide werden durch gegenseitige Unterstützung Stadtverordnete; die Sozialdemokraten erhalten für ihre Unterstützung Diederichs entgegen dessen „nationaler“ Überzeugung ein Gewerkschaftshaus (322 - 325). In einer Stube vereinbart D. mit Rille und Fischer, Fischer bei der Reichstagswahl zu unterstützen und im Gegenzug das Kaiserdenkmal zu bauen (Geheimpapier 327, offen ausgesprochen 335/14 f.; 375/26 ff.).
   Im Gespräch bei Wulckow wird dann das entscheidende „nationale“ Bündnis mitsamt seinen wirtschaftlichen Konsequenzen geschmiedet (331 ff.): Orden für D., Strom für von Quitzin, Papierlieferungen, Denkmal statt Säuglingsheim und das Bündnis Diederichs mit Wulckow gegen Buck und gegen Klüsing (336/6 f.), Ehrenvorsitz für Wulckow, Angebot des Grundstück(ver)kaufs (337, vgl. 357, 459). Das Denkmal ist für Wulckow die Garantie der Kaiser- und Vertragstreue Diederichs (336/1 f.). Entgegen Diederichs erhabenen Versicherungen (338/20 ff.) weiß der Erzähler, dass die politische Haltung auf der gesunden Grundlage der eigenen Interessen beruht (378/11 f.; vgl. 428/12-14: Diederich weiß es auch). Was D. seinen Partei-freunden über die Bedeutung des Denkmals sagt (375 f.), muss perspektivisch und ideologiekritisch gelesen werden: Nach der Wahl zeigt sich, dass das Denkmal v.a. im Wahlkampf nützlich war, sonst aber weniger interessiert (418/15 ff.).
   Der Bau des Denkmals wird schließlich beschlossen (418), D. wird Vorsitzender des Denkmal-Komitees (419); auf des Kaisers Wunsch wird es ein Reiterstandbild (454). Diederich darf die Feier arrangieren (457) und die Rede halten (465 ff.); dass Diederich weniger Bedeutung besitzt, als er meint (458/17 f.), wird bald klar (461 ff.).
   Das Denkmal ist also das Gegenprojekt gegen die Liberalen und ihr Säuglingsheim (Buck), anderseits Kompensation für den sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstag. Es ist Ausdruck der nationalen Gesinnung: Die Bürger werden „dies mystisch-heroische Spektakel“ begaffen können, wie Wolfgang Buck sagt (455/11 f.): „Theater, und kein gutes.“ (455/13 f.)  Es ist Diederichs Gegenleistung an Wulckow für wirtschaftliche Förderung und Streitobjekt im Wahlkampf zugleich. Zum 100. Geburtstag Wilhelms I. ist es jedoch nicht fertig (454/1 ff.). Mit seiner verregneten Enthüllung (Satire!) hat Diederichs Kaisertreue ihren Ausdruck und Lohn (Orden) gefunden. Die Bürger zahlen (454/5 f.), die politischen Sieger profitieren alle finanziell - „und gerecht war die Sache, die Erfolg hatte!“ (428/13 f.) 
_________________
Jetzt wusste ich: die Dinge sind ganz und gar das, was sie scheinen - und hinter ihnen... ist nichts. (Jean-Paul Sartre)

Il y a deux façons de ne pas raconter sa vie: l'une est de se taire et l'autre c'est d'écrire.
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