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Friedensschlüsse

 
Poster un nouveau sujet   Répondre au sujet    Forum des germanistes. Index du Forum -> CAPES / Agrégation 2008-2009 -> Mutations politiques, sociales, économiques et culturelles dans les pays de langue allemande entre 1789 et 1815
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Malte
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MessagePosté le: Mer 6 Aoû - 19:50 (2008)    Sujet du message: Friedensschlüsse Répondre en citant

Der Friede von Campo Formio 17. Oktober 1797




Mit dem Ersten Koalitionskrieg (1793-1797) begann die zwei Jahrzehnte dauernde militärische Auseinandersetzung mit dem revolutionären Frankreich bzw. dem französischen Kaiserreich Napoleons, eine Serie von Niederlagen und territorialen Verlusten, die erst mit der Völkerschlacht von Leipzig (16.-19. Oktober 1813) zum Umschwung führte. Für die mangelnde Durchschlagskraft der Verbündeten von 1793 mochte eine Rolle spielen, daß es sich nicht um eine festgefügte, unbeirrbar auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtete Koalition handelte. Sonderinteressen einzelner Mitglieder überwogen gegenüber einer strikt beibehaltenen Allianz. So sprang vor allem Preußen mit einem Sonderfrieden 1795 aus, um die Hände für sein polnisches Engagement frei zu haben. Katastrophal entwickelte sich die Lage auf dem oberitalienischen Kriegsschauplatz, wo der junge Bonaparte den Oberbefehl übernahm und sowohl Österreich wie auch Sardinien-Savoyen eine ununterbrochene Reihe von Niederlagen zufügte. Nach dem Ausscheiden der Sardinier und dem Mißlingen eines Entsatzes von Mantua durch die Österreicher war der Weg in die Erblande für Napoleon frei. Daran änderte auch nichts mehr, daß Erzherzog Karl zu Beginn 1797 zum Oberbefehlshaber nominiert wurde. Da Napoleon Klagenfurt und Leoben besetzt hatte, blieb nichts anderes übrig, als zunächst einen Präliminarfrieden und im Oktober den definitiven Frieden in Campo Formio bei Udine zu schließen (da die Schreibung dieses Ortes in allen Vertragsfassungen wie auch in zeitgenössischen und modernen Verzeichnissen Campo Formio lautet, wird an der Form "Formio" festgehalten). Bei allen Abmachungen saßen vier österreichische Unterhändler einem einzigen Mann gegenüber, Bonaparte, "général en chef de l'armée française en Italie". Das Hauptinstrument läßt über die territorialen Verschiebungen hinaus die Tragweite des Friedens nicht ahnen, es sprach ja nur davon, daß die niederösterreichischen Niederlande (das heutige Belgien) und die österreichische Lombardei als cisalpine Republik nicht mehr der Monarchie zuzuzählen waren und daß der Habsburg-Este-Herzog von Modena mit dem Breisgau entschädigt werden sollte, daß aber andererseits Österreich in den Besitz der aufgelösten Republik Venedig mit Istrien und Dalmatien gelangte. Sogar der Etiquette widmete man einen Artikel, der im zeremoniellen Verkehr des Kaisers mit der französischen Republik auf die Usancen mit Venedig zurückgriff. 
Sprengkraft hinsichtlich des Weiterbestandes des Römischen Kaiserreiches bargen die Geheimartikel, die den Kaiser verpflichteten, bei den Reichsständen die Abtretung des linken Rheinufers zu betreiben (offiziell wurde dieser Artikel mit dem Frieden von Lunéville 1801 nach dem Zweiten Koalitionskrieg) und die Grafschaft Falkenstein sowie die letzte Besitzung in der Schweiz, das Fricktal, aufzugeben. Entschädigungen für alle vom Verlust von Reichsgebiet betroffenen Fürsten würden in Zukunft die verfassungsrechtliche Basis des Reiches zerstören. 
Die Ratifikationen von Hauptvertrag und Geheimartikeln wurden durch das "Directoire-Exécutif" vollzogen, das nach außen hin dem Beispiel der kostbar ausgestatteten, mit Samt überzogenen Libellform des Ancien Régime folgte. Die Silber- und Goldstickerei umzieht als Blattwerk mit Knospen den Buchrand, läßt aber die blausamtene Mitte frei, wo in einem silbernen Oval Goldplättchen für die Buchstaben RF (République Française) aufgenäht sind. Die silberne Kapsel wird mit einem konzentrischen Ring desselben Blattwerkmusters graviert, das rote Siegel zeigt die Figur der Marianne mit der Umschrift "au nom de la republique française". Diese "revolutionären" Details des Siegelbildes setzen sich im Text fort. Das Direktorium datiert selbstverständlich nach dem Revolutionskalender mit 5. Brumaire im 6. Jahr der Republik (26. Oktober) und nennt Bonaparte nur als "citoyen". Als Ausstellungsort wird nur "Palais national" angeführt, die Stadt Paris scheint nicht auf. 
Eine eigenartige Abweichung vom diplomatischen Usus bietet die "Convention additionelle", die als geheime Vereinbarung für rascheste Durchführung der Truppenentflechtung bzw. Räumung der Kriegsgebiete sorgen sollte. Unterhändlerinstrument und kaiserliche Ratifikation wurden zu einem Schriftstück vereinigt, das auch nicht für eine Aufbewahrung vorgesehen war: Es sollte nach Abschluß der darin festgelegten Aufgaben vernichtet werden. Mit einem einzigen Satz über seine Zustimmung zur Konvention unterzeichnete Franz II. in französischer Namensform. Der nicht ausreichende Platz für diese wenigen Worte zwang den Kaiser, sein Einverständnis im Querformat als Randnotiz "in margine" – wie es heißt – anfügen zu müssen. Eine Besiegelung mit Lack fehlt. 
In den Augen Franz' konnte dies nur eine interimistische Vorgangsweise sein. Sein feierliches Ratifikationslibell aus Pergament sollte Versäumtes nachholen, wurde aber nie übergeben, sondern "zurückausgewechselt". Es bestand kein Bedarf, wenn man mit der Vernichtung (die aber in praxi nicht durchgeführt wurde) des Konventionspapiers dessen Inhalt löschen wollte.
_________________
Jetzt wusste ich: die Dinge sind ganz und gar das, was sie scheinen - und hinter ihnen... ist nichts. (Jean-Paul Sartre)

Il y a deux façons de ne pas raconter sa vie: l'une est de se taire et l'autre c'est d'écrire.
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MessagePosté le: Mer 6 Aoû - 19:50 (2008)    Sujet du message: Publicité

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