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Diedrichs Beziehung zu Agnes, Guste und Käthchen

 
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Malte
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MessagePosté le: Dim 3 Aoû - 17:37 (2008)    Sujet du message: Diedrichs Beziehung zu Agnes, Guste und Käthchen Répondre en citant

http://www.teachsam.de/deutsch/d_ubausteine/aut_ub/mann_h_ub/mann_h_unterta…




Die Beziehungen von Diederich Heßling zu den Frauen Agnes, Guste Daimchen und Käthchen Zillich in Heinrich Manns »Der Untertan« können nach Monika Hummelt-Wittke (1988) mit folgenden Interpretationsansätzen betrachtet werden:
Beziehung zu Agnes
  • Kapitel als "Tauglichkeitsprobe" des Untertans
  • wichtige Rolle für die Sozialisation des Untertans
  • alternative Entwicklungsmöglichkeiten des Untertans
  • Kunst- und Naturszenen zeigen, dass Agnes ihm neue Einsichten über die Welt ermöglicht: Natur und Kunst als Gegenwelt zur Welt des Untertans (Naturtopos: Ehrlichkeit, Unverdorbenheit, Echtheit)
  • Natur für Untertan nur utopische Idylle, Naturerleben als klischeehaftes Ventil für gelegentliche sentimentale Anwandlungen
  • innere Gespaltenheit Diederichs bestimmt sein Verhältnis zu Agnes
  • Diederich von Agnes gleichzeitig angezogen und abgestoßen
  • In Rivalität mit Mahlmann als Nebenbuhler ambivalente Beziehung des Untertans zur Macht erkennbar (Kompensation eigener Schwäche durch Umlenkung der Aggression [Verschiebung, d.Verf.]
  • Auslösung bis dahin dem Untertan fremder Gefühle und Verhaltensweisen
  • Agnes verkörpert echtes menschliches Gefühl, das wiederum spontane Empfindungen von Diederich möglich macht
  • Parallelitäten Agnes - Diederichs Mutter (Weichheit); Agnes/Mutter als Verkörperung einer irrationalen Gefahr für die männliche Weltordnung;
  • zwiespältiges Verhältnis zu Erotik und Sexualität : Verachtung von Agnes als Ausdruck der Bekämpfung der eigenen Triebe
  • Liebesszenen mit Agnes legen das Grundmuster von Diederichs Verhalten bloß: spontanes Handeln auf der einen, nachträgliche, dieses Handeln meist abwertende Reflexion und dessen Umdeutung in den Normen und Wertorientierungen der bürgerlichen autoritären Gesellschaft
  • verinnerlichte Nomen der autoritären Gesellschaft werden letztlich nur zur Verschleierung tatsächlicher Verhältnisse, Motive und Handlungsweisen der Gesellschaft bzw. des Untertans selbst eingesetzt

Guste Daimchen und Käthchen Zillich
  • Diederich Heßling kann in diesen Beziehungen seine ökonomischen Interessen, seine Machtbesessenheit und seine sexuelle Triebbefriedigung miteinander verknüpfen
  • äußere Ähnlichkeiten und ähnliche Verhaltensformen der beiden Frauen (resolut, burschikos, kokett, obszön)
  • Verhalten erzeugt bei Diederich Unterlegenheitsgefühle, dadurch auch Respekt
  • durch Reaktionsbildung Anerkennung ihrer Überlegenheit im sexuellen Bereich, sadomasochistische Bindung
  • in sexueller Beziehung zu Guste wird erneut die ambivalente Beziehung des Untertans zur Macht sichtbar: zeitweise Umkehrung der Strukturen der autoritären Gesellschaft im Dienste sadomasochistischen Lustgewinns
  • Frau mit der ihr zugeordneten Sexualität verkörpert Bedrohung der patriarchalischen Weltordnung
  • Bordellbesuche bei Käthchen Zillich dienen der Kompensation seiner sexuellen Unterwerfung unter Guste, sowie der Erhöhung des Sozialprestiges
  • Bordellbesuch als Reiz des Verbotenen, geheimer Wunsch zum Rütteln an den Grundfesten der Macht, die allerdings im Rahmen einer gesellschaftlich akzeptierten Institution (Prostitution) kanalisiert,
  • Zwiespältigkeit des Untertans: gesellschaftl. Aufstieg nur möglich durch Triebverzicht, Frau lediglich Mittel zum gesellschaftlichen Aufstieg
  • gesellschaftlich unterschiedlicher Status, bei objektiv gleichartigem Verhalten (offene vs. verdeckte bzw. legitimierte Prostitution: Ehe als Geschäft)

(vgl. Monika Hummelt-Wittke, Heinrich Mann, Der Untertan: Interpretation; 2., unveränd. Aufl., München 1988, (= Oldenbourg-Interpretationen; Bd. 22) S. 43 -51)
_________________
Jetzt wusste ich: die Dinge sind ganz und gar das, was sie scheinen - und hinter ihnen... ist nichts. (Jean-Paul Sartre)

Il y a deux façons de ne pas raconter sa vie: l'une est de se taire et l'autre c'est d'écrire.
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MessagePosté le: Dim 3 Aoû - 17:37 (2008)    Sujet du message: Publicité

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